
Am 3. Januar 1889 erlitt Friedrich Nietzsche in Turin einen geistigen Zusammenbruch. Nietzsche trat aus seiner Turiner Wohnung an der Piazza Carlo Alberto. Als er sah, wie ein Droschkenkutscher auf sein Pferd einschlug, fiel er dem Tier um den Hals und brach schluchzend zusammen. Fino, sein Zimmerwirt, der einen Zeitungskiosk an der Piazza besaß, brachte den Professore schließlich nach Hause, von einer Menschenmenge umringt.
Kleine Schriftstücke, sogenannte „Wahnzettel“ bzw. „Wahnbriefe“, die er an enge Freunde, aber zum Beispiel auch an Cosima Wagner oder Jacob Burckhardt und sogar Umberto I. von Italien sandte, waren von einer psychischen Erkrankung gezeichnet.
Der durch die Wahnzettel an Burckhardt und ihn selbst alarmierte Overbeck brachte Nietzsche zunächst in die von Ludwig Wille geleitete Irrenanstalt Friedmatt in Basel. Von dort wurde der inzwischen geistig vollständig Umnachtete von seiner Mutter in die Psychiatrische Universitätsklinik in Jena unter Leitung Otto Binswangers gebracht. Ein Heilungsversuch Julius Langbehns, der von sich aus Kontakt zur Mutter aufgenommen hatte, scheiterte.
1890 durfte die Mutter ihn schließlich bei sich in ihrem Haus in Naumburg aufnehmen.
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