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Samstag, 10. Juli 2021

»Nietzsche: Versuch einer Mythologie« von Ernst Bertram


Nietzsche: Versuch einer Mythologie

Ernst Bertram schrieb 1918 an seinem großen Buch »Nietzsche: Versuch einer Mythologie«, welches unmittelbar nach dem Krieg erschien und mit dem er in literarisch interessierten Kreisen schnell bekannt wurde.

Vom Einfluss auf Thomas Mann während jener Zeit zeugen die erhaltenen Briefe Manns an Bertram (256 Schriftstücke im DLA Marbach) sowie Manns nahezu zeitgleich erschienen »Betrachtungen eines Unpolitischen«, deren Entstehung durch einen intensiven Gedankenaustausch begleitet wurde.

Dieses Werk ist sicherlich die einflußreichse Deutung Nietsches in der Zwischenkriegszeit. Thomas Mann, mit Bertram befreundet, begleitete die entstheung dieses Buches und bewunderte es. Thoams Manns Nietzsche-Bild ist stark von Ernst Bertram geprägt.

Betraum gehörte zum George-Kreis, die Idee eines geistigen Führertums war ihm von dorther vertraut. Er nannte sein Buch im Untertitel »Versuch einer Mythologie«.


Ernst August Bertram wurde am 27. Juli 1884 in Elberfeld (heute zu Wuppertal) geboren und starb am 3. Mai 1957 in Köln. Bertram war ein deutscher Geisteswissenschaftler und Schriftsteller, der dem Kreis um den Lyriker Stefan George nahestand.

Literatur:


Nietzsche: Versuch einer Mythologie« von Ernst Bertram

-->Die Lehre des Antichrist Zarathustra ist kein Vorschreiten der Kategorien in innerer Folgerichtigkeit und Notwendigkeit, welche die Sehweise des Daseins erhöht, sondern ein gewaltsamer Rückschritt der Vernunft hinter sich selbst. Zarathustra scheidet noch immer zwischen Gut und Böse, zwischen Dekadenz und Gesundheit – auch das ist noch Moral, eine Instinkt-Moral der Gegensätze, in deren Dienst die Vernunft über Wert und Unwert des Daseins richten soll. -->

Friedrich Nietzsche in Sils-Maria

Sils Maria im Engadin

Getrieben von seinen Krankheiten auf der ständigen Suche nach für ihn optimalen Klimabedingungen, reiste Friedrich Nietzsche viel und lebte von 1881 bis 1889 als freier Autor an verschiedenen Orten.

Ab 1881 hielt Friedrich Nietzsche sich im Sommer meist in der für ihn klimatisch günstigen Sommerfrische des Oberengadin von Sils-Maria auf. Sils befindet sich zwischen den Seen Sils und Silvaplana. Furtschellas ist der Hausberg für wunderschöne Wanderungen.

Haus in Sils-Maria, in dem Nietzsche während der Sommermonate 1881–1888 ein Zimmer bewohnte
Haus in Sils-Maria, in dem Nietzsche während der
Sommermonate 1881–1888 ein Zimmer bewohnte.

Der gemartete Wanderer umgab und heilte sich hier mit den einfachsten Lebensgrundlagen: Quellwasser, einfache Kost, bodenständige Menschen, Wanderungen am See entlang nach Silvaplana, Hochgebirrgsluft und eine Landschaft, die er vom ersten Augenblick an als Seelenlandschaft empfand, als ihm zutiefst seelenverandt.

Bis zu sieben Stunden wanderte der Einsiedler von Sils täglich. Auf einer Wanderung entdeckte er 1881 am Seeufer bei Surlej einen alten Kultstein, der ihn zu seinem Gedanken der "Ewigen Wiederkehr des Gleichen" inspiriert hat.

Nietzsche-Stein bei Silvaplana

Der Nietzsche-Stein bei Surlej im Oberengadin. Dieser berühmte Stein soll Nietzsche nach eigenen Angaben 1881 zur Grundkonzeption des Zarathustra angeregt haben.

Weblinks:

Sils/Segl Maria - cervo-sils.ch

Nietzschenhaus - www.nietzschenhaus.ch

Silvaplana - Wikipedia.org

Friedrich Nietzsche - Wikipedia.org