favico

Samstag, 20. Oktober 2018

»Die Fröhliche Wissenschaft« von Friedrich Nietzsche

Die Fröhliche Wissenschaft

Friedrich Nietzsche gilt heute als einer der wichtigsten Zeugen der Suche des modernen Menschen nach einem neuen Selbstverständnis. Trotz seiner kraftvollen Sprache, seines polemischscharfen, aphoristischen Stils und seiner glänzenden kulturkritischen Analysen erfährt sein Werk erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine ihm angemessene Aufnahme. »Die fröhliche Wissenschaft« dokumentiert Nietzsches Grundgedanken und -konzeptionen und vermittelt einen Eindruck seiner inhaltlichen und formalen Qualität und Sprengkraft.

»Die Fröhliche Wissenschaft« - später mit dem Untertitel »La gaya scienza« - ist ein zuerst 1882 erschienenes und 1887 ergänztes Werk Friedrich Nietzsches. Im Frühjahr 1882 entschloss er sich, angesammeltes Material unter dem Titel »Die fröhliche Wissenschaft« neu zusammenzustellen und drucken zu lassen.

Das Werk stammt aus seiner mittleren Schaffensphase, als es ihm darum ging, in der "Sprache des Tauwinds" traditionelle Wertformen und Denkhaltungen zu überwinden und an die Stelle metaphysisch orientierter Moral und Philosophie die Selbstbestimmung des heiteren »freien Geistes« zu setzen.

Der Philosoph führte vor , daß der Mensch in seinem Drang nach Wissen man auch ein fröhliches Verhältnis zur Wissenschaft haben kann.

Nietzsche dachte wissenschaftlich-induktiv, jedoch nicht im Stil trockener Gelehrsamkeit, sondern unter den Vorzeichen des Künstlerischen. Denn der wissenschaftliche Mensch ist die Weiterentwicklung des künstlerischen, schrieb Nietzsche beriets in der ersten Unzeitgemäßen Betrachtung. In diesem Sinn will er Wissenschaft auch als »fröhliche Wissenschaft« verstanden wissen - eine, die fähig ist, über sich selbst zu lachen, getreu dem Spruch, den Nietzsche sich über die Haustürwünschte: »Ich wohne in meinnem eigenen Haus,/ habe niemanden nie nichts nachgemacht / Und - lachte noch jeden Meister aus,/ der nicht sich selber ausgelacht.«

»Die fröhliche Wissenschaft« ist der unmittelbarste Ausdruck seiner Konzeption des „Künstlerphilosophen“. Wie zum Beweis, betätigt sich darin Nietzsche selbst künstlerisch als origineller Sprachschöpfer.

»Das Leben ist wert, gelebt zu werden, sagt die Kunst, die schönste Verführerin;
das Leben ist wert, erkannt zu werden, sagt die Wissenschaft.«

»Luftschiffahrer des Geistes« zu sein heißt, ein Leben über den Horizonten zu führen, aber auch keine letztgültigen Wahrheiten mehr zu erwarten. Wer das begriffen hat, der betreibt »fröhliche Wissenschaft«.

Nietzsches Denken und seine Haltung zur Kunst passten nicht zu einer strengen Wissenschaft. Die künstlerisch geprägte Haltung des philosophischen Wissenschaftlers, die sich schöpferisch-spielerisch-empririsch-induktiv mit der Realität auseinandersetzt, sie prüft, analysiert und intellektuell ironisiert, um ihren Wahrheitsgehalt zu erkunden - diese wissenschftliche Haltung bestimmt nicht zuletzt die Eigenart von Qevre, die gelegentlich als Mangel an Systematik ausgelegt wird.

Literatur:

Die Fröhliche Wissenschaft
Die fröhliche Wissensschaft
von Friedrich Nietzsche

Die Fröhliche Wissenschaft
Die fröhliche Wissensschaft
von Friedrich Nietzsche



Notiz II

Friedrich Nietzsche gilt als einer der dunklen, aber neuzeitlich-fortschrittlichen Philosophen. Er sticht durch seine poetische Sprachkraft hervor und beeindruckt durch die Macht seiner Paradoxien. Seine Arbeit ist aufklärerisch, positivistisch und vor allem psychologisch.

Er empfand seine Zeit als krisenhafte, weil sinnarme gesellschaftliche Situation und machte sich daran, neue Mythen zu finden. Noch fühlt er sich mit Wagner verbunden, in dem Versuch, einen neuen Mythos aus dem Geiste der Musik zu stiften.

Spenden

Jetzt den Philosophenwelt-Blog unterstützen:

Philosophen-Zitate


Heraklit Zitat Universum

Weisheit besteht darin, zur richtigen Zeit auf Vollkommenheit zu verzichten.

Ernst Bloch

Der Philosoph ist ein Mensch, der nicht glauben will, was er sieht, weil er zu beschäftigt ist, darüber nachzudenken, was er nicht sieht.

Bernard de Fontenelle

Alles Wissen besteht in einer sicheren und klaren Erkenntnis.

René Descartes

Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert. Es kommt darauf an, sie zu verändern.

Karl Marx

Denken ist die Erkenntnis durch Begriffe.

Immanuel Kant

Wo die utopischen Oasen austrocknen, breitet sich eine Wüste von Banalität und Ratlosigkeit aus.

Jürgen Habermas

Bilder

Autor auf XinXii

Autor auf XinXii

Notiz III

Nietzsche begann seine Laufbahn als Philologe, begriff sich selbst aber zunehmend als Philosoph und als „freier Denker“.

Philosophenwelt-Blog


Philosophenwelt-Blog

Follower

Weblink-Empfehlungen

     

Safranski-Bücher

Follower

Notiz IV

Der radikale Denker erhob den Menschen selbst zum Schöpfer und forderte einen neuen, vollkommenen höchsten Menschen - den »Übermenschen« als Verkünder einer neuen, höherwertigen Moral.

Nietzsche philosophierte mit dem Hammer und zertrümmerte bestehende Moralvorstellungen und entwickelte eine höhere Moral »Jenseits von Gut und Böse«. Der Philosoph sah im »Willen zur Macht« die Triebfeder allen Lebens. Ziel und Sinn aller Entwicklung war für Nietzsche der »Übermensch«.

Philosophisches Zitat

An Agathon

"Wenn Könige mit Gunst dich überhäufen, Rund um dich Gold in hohen Haufen lacht, Und zwanzig Schiffe dir durch alle Meere streifen, Und für dein Wohl Fortuna treulich wacht, So rühmet jedermann dein Glück; doch stets vergebens, Denn hast du nicht dabei Philosophie des Lebens, So hast du nichts."

Novalis

Amazon-Suche

Notiz V

Nietzsche hat durch sein vielseitiges Werk die Philosophie der Neuzeit nachhaltig beeinflusst.
Grossen Einfluss übte er durch seinen Ansatzpunkt, den Menschen in den Mittelpunkt seiner Philosophie zu stellen, auf die spätere Existenzphilosopie aus.

Kontaktformular

Name

E-Mail *

Nachricht *

Blogroll

Philosophieblog - philosophieblog.de

Philosophiestudium - philosophiestudium.blogspot.com

Hubert Brune - D e r E n z y k l o p ä d i s t .

Philosophie und Politik - philosophieundpolitik.wordpress.com

Rhetorik und Literatur - frederikweitz.blogspot.de

Warum heute noch Hegel-Blog - http://warumheutenochhegel.blogspot.de

Philosophie Blog : Du und das Leben - http://philosophie-leben.blogspot.com

Philosophie Blog : Die Grundlagen der Philosophie - http://philosophie-grundlagen.blogspot.com

Blog-Verzeichnis

Blogverzeichnis - Bloggerei.de

Philosophisches Kopfkino



Philosophisches Kopfkino

Was ist Existentialismus?

Buch-Tipps Philosophen

Also sprach Zarathustra
Also sprach Zarathustra

von Friedrich Nietzsche

Gedanken
Gedanken

von Blaise Pascal

Johann Gottlieb Fichte: Ein deutscher Philosoph
Johann Gottlieb Fichte: Ein deutscher Philosoph

von Manfred Kuehn

Portraits

Friedrich Nietzsche
Friedrich Nietzsche
170. Geburtstag
[ mehr ... ]

Martin Heidegger
Martin Heidegger
100. Geburtstag
[ mehr ... ]

Johann Gottlieb Fichte
Johann Gottlieb Fichte
200. Todestag
[ mehr ... ]

Albert Camus
Albert Camus
100. Geburtstag
[ mehr ... ]

Karl Marx-Zitate

Kapital lesen 2016
Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt aber darauf an, sie zu veraendern.

Karl Marx

Alle Revolutionen haben bisher nur eines bewiesen, naemlich, dass sich vieles aendern laesst, bloss nicht die Menschen.

Karl Marx

Manche sind von ihrer Unfehlbarkeit so ueberzeugt, dass sie jeden als Feind ansehen, der ihren Rat nicht annehmen will.

Karl Marx

Der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht den Menschen.

Karl Marx

Antike Philosophen-Zitate

Willst du jemanden reich machen, musst du ihm nicht das Gut mehren, sondern seine Bedürfnisse mindern.

Epikur

Sich ueber das Kleine erhaben zu machen, ist die Schule zur Groesse.

Zenon

Nicht die Ereignisse sind es, woran die Menschen leiden, sondern deren Beurteilung.

Epiktet

Was man lernen muss, um es zu tun, das lernt man, indem man es tut.

Aristoteles

Die Gesetze, glaube ich, sind von den schwachen Menschen gemacht. Zu ihren Gunsten und zu ihrem eigenen Nutzen stellen sie die Gesetze auf, sprechen sie Lob und Tadel aus.

Platon

Zitat


Epiktet-Zitat


"Der Philosoph ist ein Mensch, der nicht glauben will, was er sieht, weil er zu beschäftigt ist, darüber nachzudenken, was er nicht sieht."

Bernard de Fontenelle

feedjit Live Traffic

Blog-Verzeichnisse