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Dienstag, 15. Oktober 2019

Friedrich Nietzsche 175. Geburtstag

Friedrich Nietzsche


Friedrich Nietzsche wurde am 15. Oktober 1844 in Röcken bei Leipzig als Sohn eines evangelischen Pfarres geboren. Nietzsche gilt als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Denker aller Zeiten. Der Relgionskritiker entwickelte eine neue Morallehre und eine eigene Philosophie, die den willen in den Mittelpunkt der Betrachtung stellt. Nietzsche gilt ala unzeitgemäßer Philosoph, der mit dem Hammer philosophierte und dabei bestehende Moralvorstellungen zertrümmerte.



1870 wurde Friedrich Nietzsche mit 25 Jahren und noch ohne Promotion als Professor nach Basel berufen. Mit seinem ersten Buch "Die Geburt der Tragödie aus dem Geist der Musik" (1871) erregte er einen handfesten Skandal, welcher seine akademische Karriere ruinierte. Darin verherrlichte er das tragische Lebensgefühl und feierte den umstrittenen Komponisten und Operndichter Richard Wagner als Neubegründer der deutschen Kultur.

Nietzsche, dessen Stil durch den Gebrauch von Aphorismen und Metaphern geprägt ist, war ein scharfer Religionskritiker. Sein Ziel war es, die Hintergründe und Motive, die die Grundlage der westlichen Philosophie, Kunst und Kultur bilden, freizulegen und zu interpretieren. Seine Philosophie in der Tradition der Aufklärung war eine Abrechnung mit den tradierten Moralvorstellungen des Christentums.

Seine Haltung kommt durch seinen berühmten Satz »Gott ist tot« gut zum Ausdruck. Er propagierte die »Umwertung aller Werte« und die Schaffung eines "Übermenschen" anstelle des traditionellen Christentums. Als seine wohl wichtigste Schrift gilt sein vierbändiges Hauptwerk »Also sprach Zarathustra« (1883-1885). Weitere bedeutende Veröffentlichungen des Philosophen sind »Unzeitgemäße Betrachtungen« (1873-1876) und der nach seinem Tod erschienene Band »Der Wille zur Macht« (1901).



Nietzsche begann seine Laufbahn als Philologe, begriff sich selbst aber zunehmend als Philosoph oder als „freier Denker“. Er durchlief in seinen Werken auf dem Weg zum eigenständigen Denker einen Reifungs- und Emanzipationsprozeß: an dem er an die Stelle der Kunst die Philosophie als den Gipfelpunkt der Kultur setzte und seine allmähliche Loslösung von seinen Vorbildern Arthur Schopenhauer und Richard Wagner betrieb.

Nietzsche hat wie kaum ein Zweiter mit den Lehrsätzen der Philosophie und Theologie aufgeräumt und abgrechnet. Mit der Kritik der Moral hängt eine Kritik bisheriger Philosophien zusammen. Sein Werk enthält scharfe Kritiken an Moral, Religion, Philosophie, Wissenschaft und Formen der Kunst. Er kritisierte die überkommenen Werte der christlichen Moral und forderte eine Abkehr vom Christentum. In seinen Werken wandte sich der Moralphilosoph gegen die überkommenen christlichen Werte. Das Christentum lehnte er als eine Religion für die Schwachen ab2.

Seine Philosophie betonte den Wert des Lebens für die Moral. Die Frage nach dem Wert der Moral für das Leben bildete eine Grundfrage seiner Moralkritik. Nach Nietzsche haben Menschen des »Ressentiment«, deren Wille sich gegen das Leben richtet, eine Moral, ein System von Werten erfunden, das ihnen über ihre Schwäche hinweghilft.

Der radikale Denker erhob den Menschen selbst zum Schöpfer und forderte einen neuen, vollkommenen höchsten Menschen - den »Übermenschen« als Verkünder einer neuen, höherwertigen Moral.

Nietzsche philosophierte mit dem Hammer und zertrümmerte bestehende Moralvorstellungen und entwickelte eine höhere Moral »Jenseits von Gut und Böse«. Der Philosoph sah im »Willen zur Macht« die Triebfeder allen Lebens. Ziel und Sinn aller Entwicklung war für Nietzsche der »Übermensch«.

Jenseits von Gut und Böse

Bekannt wurde Nietzsche auch für seine versierte Sprachschöpfung und die sprachlich anspruchsvolle Dichtkunst. Zu seinen bekanntesten - zumeist aphoristischen Werken - gehören »Also sprach Zarathustra«, »Genealogie der Moral«, »Jenseits von Gut und Böse«, »Menschliches, Allzumenschliches«.

Nietzsche beeinflusste durch sein vielseitiges Werk nachhaltig die Philosophie der Neuzeit. Er gilt als der einflussreichste Philosoph der Neuzeit. Grossen Einfluss übte er durch seinen Ansatzpunkt, den Menschen in den Mittelpunkt seiner Philosophie zu stellen, auf die spätere Existenzphilosopie aus.

Friedrich Nietzsche bot mit seiner Philosophie Perspektiven in zweifacher Hinsicht an. Zum einen bot er einen Gegenentwurf zu den Erlösungs- und Heilsvorstellungen der Religion an. Zum anderen entwickelte er eine Utopie der Selbstverantwortung des Menschen - repräsentiert durch den Übermenschen.

Selten hat jemand einen so hohen Preis für sein Genie bezahlt. Bereits im Alter von 45 Jahren kam es endgltigen Zusammenbruch, dem sich ein letztes Lebensjahrzehnt in geistiger Umnachtung anschloss.

Weblinks:

Friedrich Nietzsche-Biografie

-

Biografien-Portal

- www.die-biografien.de

Friedrich Nietzsche-Zitate

-

Zitate-Portal

- www.die-zitate.de

Friedrich Nietzsche - philosophiestudium.blogspot.com


Friedrich Nietzsche-Werke:

Also sprach Zarathustra
Also sprach Zarathustra
von Friedrich Nietzsche

Ecce Homo, Sonderausgabe
Ecce Homo - Sonderausgabe


Genealogie der Moral
Genealogie der Moral


Zarathustra
Zarathustra


Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik

Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik

Donnerstag, 30. Mai 2019

Vor 150 Jahren: Nietzsches Antrittsvorlesung in Basel


1869 ernannte die Universität Basel den 24-jährigen Friedrich Nietzsche zum Professor für griechische Sprache und Literatur. Basel war ein Markstein für den jungen Nietzsche, denn hier begegnete er Wagner und hier legte er den Grundstein für seine spätere philosophische Karriere.

„Noch nie habe ich einen jungen Mann gekannt, der so früh und so jung schon so reif gewesen wäre wie dieser Nietzsche.“ Mit diesen Worten preist der Leipziger Professor Friedrich Wilhelm Ritschl seinen Doktoranden bei den Kollegen in Basel an. Und die Schweizer greifen zu. Ohne vorherige Habilitation vertrauen sie dem 24-Jährigen die Professur für griechische Sprache und Literatur an. Zweifel hat nur Friedrich Nietzsche selbst:

Am 28. Mai 1869 hielt Friedrich Nietzsche seine Antrittsvorlesung an der Universität Basel. „Gestern hielt ich vor ganz gefüllter Aula meine Antrittsrede, und zwar ‚über die Persönlichkeit Homers‘, mit einer Menge von philosophisch-ästhetischen Gesichtspunkten, die einen lebhaften Eindruck hervorgebracht zu haben scheinen“, schreibt Nietzsche an Erwin Rhode nach Italien. Doch schon zweieinhalb Wochen später gesteht er dem Freund:

„Es tritt allmählich das ein, was ich von Anfang an sicher erwartete: Ich fühle mich unter der Masse meiner geehrtesten Kollegen so recht fremd und gleichgültig, dass ich bereits mit Wollust Einladungen und Aufforderungen aller Art zurückweise. Darin stimmen wir also wieder einmal überein: Wir können die Einsamkeit vertragen, ja wir lieben sie.“

„Vielleicht gehöre ich überhaupt nicht zu den spezifischen Philologen. Es fehlte an einigen äußeren Zufälligkeiten, sonst hätte ich es gewagt, Musiker zu werden.“blockquote>

Basel wurde für Nietzsche so etwas wie eine Schicksalsstadt. Die huldvolle Verehrung Wagners kippte in nackte Aversion um. Nach dem Bruch begann die Selbstfindung. Doch Nietzsches gesundheitlicher Zustand verschlechtert sich zunehmend. Migräneanfälle und Magenprobleme peinigten ihn.

Nach zehn Jahren konnte er sein Amt als Professor nicht länger ausüben. Einige der wichtigsten Texte der Basler Zeit waren da noch gar nicht publiziert, etwa „Über das Pathos der Wahrheit“ oder „Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn“.

Der Pastorensohn Nietzsche fand in Basel neben dem Moralphilosophen Arthur Schopenhauer sein zweites Idol: Den Komponisten Richard Wagner, der im nahen Tribschen ein Landhaus bezogen hat. An beiden schätzte er: „die ethische Luft, den faustischen Duft, Kreuz, Tod und Gruft.“


Weblink:

Vor 150 Jahren: Nietzsches Antrittsvorlesung in Basel - www.deutschlandfunkkultur.de

Dienstag, 28. Mai 2019

Friedrich Nietzsche begeisterte mit Antrittsvorlesung in Basel


Friedrich Nietzsche begeisterte vor 150 Jahren am 28. Mai 1869 mit seiner Antrittsvorlesung in Basel.

Mit gerade 24 Jahren wurde der noch nicht einmal promovierte Nietzsche 1869 auf den Lehrstuhl für griechische Sprache und Literatur an der Universität Basel berufen.

Nietzsche wurde wegen seiner zahlreichen Veröffentlichungen der Doktorgrad ohne Prüfung erteilt.

1869 ernannte die Universität Basel den 24-jährigen Friedrich Nietzsche ohne vorherige Habilitation zum Professor für griechische Sprache und Literatur. Für den Vielbegabten begann eine bewegende Zeit. Doch nur zehn Jahre später konnte Nietzsche sein Amt als Professor nicht länger ausüben.

„Noch nie habe ich einen jungen Mann gekannt […], der so früh und
so jung schon so reif gewesen wäre wie dieser Nietzsche.“

Mit diesen Worten preist der Leipziger Professor Friedrich Wilhelm Ritschl seinen Doktoranden bei den Kollegen in Basel an. Und die Schweizer greifen zu. Ohne vorherige Habilitation vertrauen sie dem 24-Jährigen die Professur für griechische Sprache und Literatur an. Zweifel hat nur Friedrich Nietzsche selbst.

„Vielleicht gehöre ich überhaupt nicht zu den spezifischen Philologen. […] Es fehlte an einigen äußeren Zufälligkeiten, sonst hätte ich es gewagt, Musiker zu werden.“

Der Pastorensohn Nietzsche findet in Basel findet neben dem Moralphilosophen Arthur Schopenhauer sein zweites Idol: den Komponisten Richard Wagner, der im nahen Tribschen ein Landhaus bezogen hat. An beiden schätzt er „die ethische Luft, den faustischen Duft, Kreuz, Tod und Gruft.“

Weblink:

Friedrich Nietzsche begeisterte mit Antrittsvorlesung in Basel - www.deutschlandfunk.de


Donnerstag, 3. Januar 2019

Friedrich Nietzsche erlitt in Turin geistigen Zusammenbruch

Via Carlo Alberto 6

Am 3. Januar 1889 erlitt Friedrich Nietzsche in Turin einen geistigen Zusammenbruch. Nietzsche trat aus seiner Turiner Wohnung an der Piazza Carlo Alberto. Als er sah, wie ein Droschkenkutscher auf sein Pferd einschlug, fiel er dem Tier um den Hals und brach schluchzend zusammen. Fino, sein Zimmerwirt, der einen Zeitungskiosk an der Piazza besaß, brachte den Professore schließlich nach Hause, von einer Menschenmenge umringt.

Kleine Schriftstücke, sogenannte „Wahnzettel“ bzw. „Wahnbriefe“, die er an enge Freunde, aber zum Beispiel auch an Cosima Wagner oder Jacob Burckhardt und sogar Umberto I. von Italien sandte, waren von einer psychischen Erkrankung gezeichnet.

Der durch die Wahnzettel an Burckhardt und ihn selbst alarmierte Overbeck brachte Nietzsche zunächst in die von Ludwig Wille geleitete Irrenanstalt Friedmatt in Basel. Von dort wurde der inzwischen geistig vollständig Umnachtete von seiner Mutter in die Psychiatrische Universitätsklinik in Jena unter Leitung Otto Binswangers gebracht. Ein Heilungsversuch Julius Langbehns, der von sich aus Kontakt zur Mutter aufgenommen hatte, scheiterte.

1890 durfte die Mutter ihn schließlich bei sich in ihrem Haus in Naumburg aufnehmen.